Kreativitätsmethode Synektik

Wie wird ein Problem in anderen Branchen gelöst?
Wie in anderen Lebensbereichen?
Und wie löst es die Natur?
Durch Analogie zur Problemlösung:

Der Ideenfindungsprozess - Beispiel Synektik

FledermausSynektik ist eine eher unbekannte Kreativitätsmethode. Sie ist als Methode für Gruppen entstanden, eignet sich aber auch für Einzelpersonen.
 

Analogien

Bei dem Verfahren, das von seinem Erfinder Synektik genannt wurde, handelt es sich um eine etwas komplizierte Kreativitätsmethode. Ihr Grundgedanke besteht darin, Analogien zu bilden aus verschiedenen Lebensbereichen und daraus durch Abstraktion und Verfremdung Ideen zu gewinnen. Dazu gehören neben Neuformulierungen der Problemstellung, spontanen Einfällen vor allem Analogien aus anderen Bereichen wie Natur, Technik, Wirtschaft etc.

Beispiel: Von der Fledermaus zum Radar.

Synektik wird zuweilen auch mit Bionik verwechselt. Das Fledermaus-Beispiel wäre auch ein Paradebeispiel der Bionik, der Übertragung von Lösungen der Natur auf technische Probleme des Menschen. Kernstück der Synektik ist es aber schon, Analogien zu bilden und die Natur bietet da ein großes Reservoir.

Die Methode gibt vor, wie dann nacheinander "persönliche Analogien", also Betrachtung aus dem Blickwinkel des Analogie-Modells, symbolische Analogien in Form von Gegensatzpaaren und so weiter aufeinander folgen.

Vermutlich ist es die übergroße Mehrheit aller Ideen, die durch irgendeine Form von Analogien entstehen. Eine der bekanntesten Ideen überhaupt hatte Archimedes. Mit dem Ruf "Heureka", ich habs gefunden, sprang er aus der Badewanne. Ganz sicher hat er nicht gedacht "Ich habe das spezifische Gewicht entdeckt." oder ähnliches, sondern ganz konkret: "Ich verdränge soviel Wasser, wie es der Fülle meines Körpers entspricht. Das ist bei allen Dingen so. Dann kann ich auch das Volumen eine Königskrone messen ..." Eine ganz spontan entdeckte Analogie.

ArchimedesSynektik ist ein Extrembeispiel für "Kreativität durch spontane Einfälle". Wenn es keine Rolle spielt, ob bei Ihren Überlegungen ein neuer Mörtel für Kachelofensetzer oder ein neuer Abrechnungsmodus für Mobiltelefone herauskommt, ist sie das Mittel der Wahl. In der Praxis hat Kreativität aber eine praktische Aufgabe:
 

Bringt das Ideen?

Der Grundgedanke des Verfahrens ist gut. Kombiniert mit anderen Kreativitätsmethoden kann es viele gute Ideen zuwege bringen. Die Ausführung erscheint aber mehr als nur willkürlich und unnötig eingeschränkt. Man wird den Verdacht nicht los, als sollte da einfach nur ein guter Gedanke zu einem dicken Buch aufgeblasen werden. Es lohnt sich, das Verfahren einmal auszuprobieren - das kann man auch ohne Team und ohne Moderator - und sich mit dieser Idee, Analogien zur Ideensuche einzusetzen, anzufreunden.

Kreativitätsmethoden funktionieren besser, wenn Sie körperlich und geistig optimal auf Kreativität ausgerichtet sind. Beim Jogging (oder Tanzen) wird das Kreativitätshormon ACTH ausgeschüttet. ACTH entspannt den Körper. Gleichzeitig wird der Geist hellwach. Siehe auch Äußere Faktoren der Intelligenz und Brain Gym

Analogien und Modelle erleichtern das Denken, erleichtern die Abstraktion ebenso wie die Veranschaulichung und sie führen auf den gewählten Gebieten zu neuen Gedankenverknüpfungen. Das ist ein Effekt ähnlich dem Denken in einer Fremdsprache, das man zum Ausbruch aus einem Gedankenkäfig verwendet. Probieren Sie es also auf jeden Fall aus. Das Verfahren mit all seinen Details und seiner strengen Abfolge kann man aber getrost wieder vergessen.
 

Vom Kundenwunsch oder vom Produkt ausgehen?

Systematisches kreatives Denken verfolgt immer einen konkreten Zweck. In der Regel denkt man darüber nach, wie man ein Produkt oder eine Leistung verbessern kann.

Gefragt sind dazu Methoden, die systematisch zu neuen Produktideen führen. Nicht zu irgendwelchen Produkten, sondern passend zum eigenen Produktangebot und Marktpotenzial. Eine besonders ergiebige Methode ist das SIT = systematic inventive thinking. "Systematisches Erfinden" geht von einem bestehenden Produkt aus und ermittelt eine Vielzahl von möglichen Innovationsschritten. Es wird also nicht wie z.B. beim Brainstorming "wild durcheinander" gedacht und erfunden, sondern im Gegenteil, sehr systematisch.

Der Ausgangspunkt für neue Produktideen ist in diesem Fall das Produkt selbst. Der Kunde ist zunächst gar nicht gefragt. Ähnlich wie beim Brainstorming wird deshalb auch hier in einem zweiten Schritt die gewonnene Liste der Innovationspotentiale auf Marktfähigkeit geprüft.

Der zweite Innovationsschritt, die Auswahl der zu realisierenden Innovationspotentiale aus der Sicht des Kunden, wird übrigens immer öfter mit Kano-Diagrammen untersucht. Denn aus der Sicht des Verkäufers sind nur Innovationen brauchbar, die im Kunden Begeisterung wecken.

 

Wenn Ihnen Synektik nicht konkret genug ist, dann sollten Sie sich vielleicht mal die "Methode 635" ansehen.