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Zeitmanagement bei psychischen Problemen

Erinnerung und Anstoß von außen

Die medizinische Seite

Wichtige Aufgaben zu vergessen, kann materiellen Schaden verursachen. Wichtige Termine im Bekanntenkreis zu versäumen, kann das oftmals ohnehin sehr belastete soziale Gefüge von Patienten weiter verschlechtern. Die wichtigste Folge des ständigen Bemühens, nichts zu vergessen, ist aber die erzeugte Unruhe. Man wird immer wieder aus seinen Gedanken gerissen, empfindet einen äußeren Druck und wird daher z.B. in der Erholung nach einer manischen Phase, empfindlich gestört.

Jeder Blick zur Uhr zum Vergleich mit einem anstehenden Termin löst noch dazu einen weiteren schädlichen Effekt aus: Es werden Funktionen der linken Gehirnhälfte aktiviert. Gerade Personen, die wegen zu vielen Grübelns ihre linke Gehirnhälfte entlasten sollten, werden so aus den wertvollen rechtshirnigen Denkphasen, z.B. beim Zeichnen oder Musizieren, herausgerissen.

Während einer Depression sind Menschen oft "mit den Gedanken woanders", was zum Abriss von Handlungssträngen führt.

 

Wie sieht die methodische Lösung aus?

Psychisch Kranke sollten natürlich, wenn es geht, auch in Krankheitsphasen einen Kalender führen. Gesundheitsrelevante Termine gehören dort selbstverständlich mit hinein, so wie vielleicht ein Asthmatiker das Wechseln der Bettwäsche plant.

Ein Organizer muss eigentlich nur drei Dinge hierzu können: Termine müssen bei Erreichen auf dem Tagesplan erscheinen. Uhrzeiten für bestimmte Aufgaben müssen mit einer Weckfunktion versehen werden können.

Hinzu kommt noch das Bedürfnis, die Aufmerksamkeit zu lenken, beispielsweise auf Leitsprüche für Autogenes Training etc. Auch das sollte ein Zeitplansystem aktiv dem in dieser Hinsicht passiven Nutzer systematisch präsentieren können.

 

Keinen "Faden abreißen lassen"

Aufgaben reihen sich oft entlang eines "roten Fadens" auf. Schritt für Schritt ist so bei einem Projekt eine Aufgabe nach der Anderen zu erledigen. Ob das Projekt groß oder klein ist, "Wohnung putzen" oder "Wohnung umbauen", macht keinen wirklichen Unterschied. Es ergibt sich einfach nach jeder erledigten Aufgabe eine nächste.

Wir beobachten auch bei gesunden Menschen, die eine Vielzahl großer und kleiner Projekte nebeneinander vorantreiben, dass hin und wieder ganz unvermittelt solche Handlungsfäden abreißen, dass die nächste folgende Aufgabe einfach in Vergessenheit gerät und man manchmal erst Wochen später, manchmal schmerzhaft, wieder daran erinnert wird.

Deshalb ist ganz wichtig: Beim Löschen einer erledigten Aufgabe darf der Faden nicht abreißen, sondern das System muss den Anwender direkt an die Stelle im großen Aufgabengefüge führen, zu der die Aufgabe gehört und dort das direkte Anknüpfen mit der nächsten dazugehörigen Aufgabe ermöglichen.

Wenn eine Antriebsschwäche vorliegt oder ein Aufschiebeverhalten, dann kann die eigentlich sehr empfohlene kleinteilige Planung zu "abschweifendem Verhalten" führen, wenn häufig Handlungsfäden abreißen. Betroffene packen nicht sofort die nächste Aufgabe an, sondern prüfen Emails, Facebook, Aktienkurse, Nachrichten und was immer sonst gerade in den Sinn kommt und finden oft genug erst nach erheblichem Zeitverlust wieder zur eigentlichen Handlungskette zurück.

In unserem System meineZIELE ist die Führung durch das Programm entlang des Handlungsfadens eine wichtige Option. Das Programm signalisiert sozusagen, wo es jetzt weitergeht. Jede erledigte Aufgabe sollte die Aktivierung der nachfolgenden Aufgabe führen. Während wir sonst sehr großen Wert auf die freie Nutzung des Systems als Werkzeugkasten legen, sollte man sich hier tatsächlich von der Software führen lassen und diese Option wirklich nur bei Spezialanwendungen ausschalten.

 

Der Einfluss des Mondes

Es gibt Menschen, die sich einem erheblichen Einfluss des Mondes auf ihr Wohlbefinden ausgesetzt sehen. Ein Zeitmanagementsystem muss deshalb in der Lage sein, die Mondphasen oder doch zumindest den genauen Zeitpunkt des Vollmondes anzugeben. Das gilt natürlich auch für Ärzte und Menschen im Umfeld Betroffener. Andererseits liegt der Verdacht nahe, dass die Kenntnis dieses Zeitpunktes selbst wiederum erheblich zu diesen Phänomenen beiträgt. Die Funktion muss deshalb auch abschaltbar sein.

 

Die Menstruation

Weibliche Patienten erleben vielfach starke Beeinträchtigungen und die Steigerung mancher Krankheitssymptome während der Tage ihrer Menstruation. Vielfach fehlt aber außerhalb dieser Zeit das Bewusstsein dafür. Etwa dann, wenn eine Frau einen Termin vereinbart, bedenkt sie möglicherweise nicht, dass dieser in die Tage der Menstruation fallen dürfte und der Termin deshalb unglücklich gewählt wäre. Eine warnende Markierung im Kalender wäre deshalb hilfreich.

Bei einem auf Papier geführten Kalender wird einfach im Kopf eine Schätzung für den nächsten Termin gemacht und in den Kalender eingetragen. Elektronischen Kalendern mit einer entsprechenden Funktion kann man jeweils den tatsächlichen Menstruationsbeginn angeben. Daraus kann die Software eine Prognose erstellen, die auch ein oder zwei weiter zurückliegende Zykluslängen berücksichtigt. Da Schlafstörungen und Stress, häufige Symptome bei psychischen Problemsituationen, die Dauer des Zyklus beeinflussen können, ist in den hier betrachteten Situationen auch mit unregelmäßigen Zyklen zu rechnen. (Die Voraussagefunktion in meineZIELE berücksichtigt die drei letzten Zykluslängen im Verhältnis 3:2:1.)

Da psychische Erkrankungen auch stark auf das Sexualverhalten einwirken und die normale Selbstkontrolle beeinträchtigen können, ist als Warnsignal auch das geschätzte Eintreten des Eisprungs im Kalender angebracht. (Bei meineZIELE ist der geschätzte Termin des Eisprungs in Abhängigkeit von der geschätzten Zyklusdauer berechnet.)

 

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