Selbstwertgefühl bei psychischen Problemen

Selbstwertgefühl

Die medizinische Seite

In vielen psychischen Problemsituationen, insbesondere bei Depressionen, verliert der Betroffene einen großen Teil seines Selbstwertgefühls. Gleichzeitige Antriebsschwäche, Niedergeschlagenheit, Selbsthass und Niederlagen, die der Betroffene in dieser Gemütsverfassung ansammelt, vermischen sich zu einer schwer erträglichen Situation. Viele Betroffene fürchten zu Recht um ihren Rückhalt und Status in ihrem sozialen Umfeld.

 

Wie sieht die "methodische Lösung" aus?

Viele Menschen, selbstverständlich auch die Gesunden, schöpfen Selbstwertgefühl aus Übersichten dessen, was sie können und was sie schon geleistet haben. In psychischen Problemsituationen kommt möglicherweise ein Verlangen nach Bestätigung durch bestimmte Bezugspersonen hinzu. Diese Übersichten kann ein Zeitmanagementsystem in Form von Analysen und angesammelten Erfolgen liefern.

Was man kann

Eine Liste dessen, was man kann, wird von vielen Anwendern als wertvolle Stütze betrachtet. Sie ist meist gegliedert nach verschiedenen Gebieten. Wichtig ist, dass man sich nicht auf das wirtschaftlich Verwertbare beschränkt. Jeder Mensch kann mehr, als er in eine Bewerbung schreiben würde. Dort mögen viele Dinge wertlos sein. Zur Stärkung des Selbstwertgefühls können sie aber trotzdem beitragen.

Häufig reicht den Anwendern die reine Aufzählung. Allerdings ist auch die Erkenntnis, dass man Können auf verschiedenen Gebieten besitzt, ein Wert an sich. Es lohnt sich, zu gliedern und zu ordnen. meineZIELE enthält in seinen Strategie-Funktionen zusätzlich noch erweiterte Möglichkeiten zu Benotung und Profilbildung. Für gewöhnlich werden Kenntnisse und Fertigkeiten, das einzeln mit Noten versehen werden können und Ja/Nein-Qualifikationen wie z.B. der Besitz eines Führerscheins einfach vermischt.

Was man leistet

Eine Liste dessen, was man schon geleistet hat, sollte man auf zwei Fälle aufteilen:

Der erste Fall ist die langfristige Rückschau auf das ganze Leben und enthält dann eine Leistungsschau, wie man sie für Bewerbungen zusammenstellt, ergänzt um Dinge wie "Zwei Jahre in Berlin erfolgreich über Wasser gehalten". Diese Liste führt man, ergänzt um Dokumente wie eingescannte Zeugniskopien, z.B. auch mit meineZIELE.

Der zweite Fall ist die kurzfristige Leistungsschau in der Größenordnung eines Tages bis zu einer Woche. Diese Übersicht hilft, in der konkreten Lebenssituation kleine "Pluspunkte" zu sammeln und ein wenig der Überzeugung entgegenzuwirken, man wäre gerade "zu nichts zu gebrauchen" und bekäme nichts auf die Reihe. Für die Situation der Gesunden ist die automatische Erfolgssammlung in meineZIELE sehr günstig. In einer Situation gesundheitlicher Beeinträchtigung ist dagegen Papier und Bleistift für diese Aufgabe vorzuziehen, falls der Betroffene es nicht tatsächlich schafft, einigermaßen lückenlos per Software zu planen. Eine lückenhafte Planung mag für viele andere Zwecke tatsächlich ausreichen. Wenn man aber in einer solchen Situation z.B. viele kleine Verrichtungen des täglichen Lebens nicht plant, dann ist die Liste der Erfolge kurz und kann frustrierend wirken.

Die langfristige Erfolgesammlung bevorratet zahlreiche Erfolge, viel zahlreicher, als man ohne Nachdenken vermuten würde. Fünf kleine Erfolge am Tag wären schon 1800 im Jahr. Viele unserer Kunden kommen deshalb auf Hunderte von Einträgen pro Jahr, selbst wenn sie nur "große" Erfolge sammeln. In einer Krankheitssituation kann man durchaus Kraft schöpfen aus der Fülle des in den vorangegangenen Monaten Geleisteten.

Tricks verwenden

Beim Rhetorik-Training, also wenn man lernt, wie man sicher auftritt und eine Rede hält, lernt man eine Reihe von Tricks, die helfen, selbstsicher aufzutreten. Dazu gehören feste Schuhe und ein Frischegefühl durch besonders gute Zahnhygiene, Pfefferminzbonbons und sportliche Betätigung. Auch prestigeträchtige, wertvolle oder edel wirkende Gegenstände wie hochwertige Stifte oder in Leder gebundene Zeitplanbücher haben, zumindest wenn sie neu sind, einen solchen Effekt.

Die Situation überblicken

Es gibt einen Zusammenhang zwischen dem Selbstwertgefühl und dem Gefühl, seine Situation im Griff zu haben oder doch zumindest zu überblicken. Das ist ein weiterer Grund, sein Zeitmanagement nicht auf einem Kalender aufzubauen, sondern auf einem Gliederungssystem.

Menschen, die gewohnt sind, ein Zeitmanagementsystem zu nutzen, erleben dieses "die Situation nicht im Griff haben" bei einer Erkrankung im Grunde doppelt. Deshalb ist es wertvoll für Krankheitsfälle als Plan B ein ganz simples Ausweichsystem bereit zu haben.