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Der Placebo-Effekt ...

Darf man den Placebo Effekt belächeln?

Siehe auch: Gedanken können Tumore beseitigen. - Selbstvertrauen macht intelligenter

Nur auf den ersten Blick hat der Placebo-Effekt etwas mit kleinen, gelben Pillen zu tun. Placebos können auch wirken, wenn man weiß, dass es sich um Placebos handelt.

Deshalb, bevor Sie weiterlesen, machen Sie bitte Schluss mit dem Vorurteil: Der Placebo Effekt ist nichts Negatives. Lächeln wir nicht über "einfältige" Patienten, die auf Brotpillen und bittere, aber wirkstofffreie Medikamente "hereinfallen". Wir alle unterliegen diesem Effekt. Und wir alle können ihn nutzen.

StorchKennen Sie das Zauberwort
aus "Kalif Storch"?

In dem Märchen "Kalif Storch" wird ein Zauberwort benutzt, um sich in ein Tier zu verwandeln und, wenn man es dann noch weiß, wieder zurück. Erinnern Sie sich noch?

Das Wort heißt "Mutabor". Es ist lateinisch. Den Wortstamm "mutare" kennen wir von Fremdworten wie "Mutation". Das "bo" ist eine Beugungsform, die den Zukunftsbezug herstellt. "Mutabo" würde also heißen "Ich werde verwandeln". Erst der letzte Buchstabe"r" macht aus dem aktiven Wort ein passives. Das Zauberwort heißt deshalb auf deutsch "Ich werde verwandelt werden".

Dem Wort "Placebo" fehlt dieses "r". Es kommt vom lateinischen "placere", gefallen und bedeutet dann "Ich werde gefallen" oder "Ich werde nutzen, gut tun etc".

StorchDas alles klingt etwas nach Wortspielerei. Es beleuchtet aber sehr gut unsere Sicht des Placebo-Effekts. Wir meinen damit die bittere, kleine Pille, die uns verspricht "Ich werde (Dir) gut tun".

Der Effekt tritt aber natürlich nicht durch diese Pille ein, sondern durch unsere Erwartung, die unser Gehirn in unsere "innere Apotheke" greifen lässt, die es dazu bringt, Opiate auszuschütten, die unsere Schmerzen lindern und so weiter. Erwartungspsychologie ist daher das entscheidende Stichwort. Und in Gedanken sollten wir vielleicht an das Zauberwort "Placebo" auch dieses kleine "r" anhängen, das uns daran erinnert, was es wirklich bedeutet: Ich selbst erwarte "Es wird mir gut tun".

Der Placebo-Effekt hat mit Erwartung zu tun, mit Konditionierung und nicht zuletzt mit der Bedeutung, die wir in Krankheit und Heilung finden. Nicht kleine, inhaltsleere Kügelchen heilen, sondern das zweistündige Gespräch, das der Heilpraktiker mit dem Patienten führt. Und wir können wohl auch vermuten, dass Gott nicht jedes Mal zu einem medizinischen Wunder greift, wenn jemand gesund von einer Wallfahrt zurückkehrt. Es ist wohl eher ein psychologisches Wunder, Glaube, Hoffnung, Liebe und der Seelenfrieden, den die Religion dem Kranken spendet und seine Selbstheilungskraft entfesselt.

Belächeln wir daher niemanden. Nutzen wir lieber selbst diesen Effekt. Es könnte sich um das Wichtigste handeln, was wir für unsere Gesundheit tun können.

 

Was ist ein Nocebo-Effekt?

Mit dem Nocebo-Effekt bezeichnen wir den umgekehrten Vorgang. Wir erwarten Schlechtes. Wir erwarten, dass ein Medikament, ein Sendemast in der Umgebung, der Pollenflug im Frühling oder ein Fluch uns schadet. Tatsächlich ergibt sich genau der erwartete Effekt. Das Medikament schadet. So sind schon Menschen an einer "Überdosis" Placebos gestorben, die sie für Schlafmittel hielten. Ja man hat in den USA schon einen Straftäter mit Hilfe seiner eigenen Einbildungskraft hingerichtet. Überhaupt ist der Gedanke, Menschen auf dem Umweg über deren Geist zu töten schon sehr alt. Am berühmtesten vielleicht der Versuch des Franz Moor (Schiller, Die Räuber), seinen Vater umzubringen.

Die Erwartung kann nicht nur die positive Wirkung eines Placebos verhindern. Man konnte nachweisen, dass in Erwartung eines wirkungslosen Medikaments auch nachweisbar wirksame Medikamente ihre Wirkung ganz oder teilweise einbüßen. Leistungssteigerung durch Placebo

 

Viele Darreichungsformen

Es gibt übrigens nicht nur Placebos als Pillen, Tabletten oder Kügelchen. Man verwendet Placebo-Spritzen und sogar Placebo-Operationen, bei denen nicht gemacht wird außer einer schmerzhaften Wunde.

Dabei konnte man feststellen, dassdie "aufwendigeren" und schmerzhafteren Placebos auch die stärkere Wirkung hatten. Sogar die Farbe der Pillen spielt eine Rolle. Gelbe Placebos sind wirksamer als weiße...

Es gibt auch Effekte, die völlig anders aussehen. Ein Clown im Kinderkrankenhaus hilft den Kindern gesund zu werden. Der vielzitierte Hawthorne-Effekt zeigt, dass die Belegschaft eines Betriebes mehr leistet, wenn man ihr einfach nur Aufmerksamkeit widmet. Leistungssteigerung durch PlaceboBeispielsweise stellte man fest, dass eine stärkere Beleuchtung die Leistung steigerte. Und das anschließende Reduzieren auf den vorigen Stand brachte nochmals eine Leistungssteigerung.

 

Den Placebo-Effekt nutzen

Der Placebo-Effekt ist äußerst komplex und seine Geheimnisse sind bei weitem nicht alle wissenschaftlich entschleiert. Das Wichtigste für uns ist aber, dass wir unsere Psyche selbst nutzen können, ohne "von anderen mit Placebos hereingelegt" werden zu müssen.

Wissenschaftlich völlig anerkannt ist z.B das autogene Training. Aber auch einfache Autosuggestion ("Mir geht es von Tag zu Tag besser und besser") wirkt und hält einer wissenschaftlichen Überprüfung stand. Die Wirkung, beispielsweise auf Kopfschmerzen, kann man selbst nachprüfen. Und auch ein eigenes Experiment zur Entfernung von Warzen glückte erstaunlich schnell. (Warzen sind Tumore!)

Den Placebo-Effekt können wir nicht nur für andere verwenden, indem wir etwa durch ein kleines Pflaster den Wundschmerz unserer Kinder beenden. Den Placebo-Effekt können wir auch aktiv für uns selbst nutzen!

 

Auch andere Anwendungsgebiete

Natürliche Heilverfahren, die bewusst oder unbewusst die psychologische Wirkung des Placebos benutzen oder mitbenutzen, zielen häufig auf den ganzen Menschen. Der Placebo-Effekt ist nicht nur wirksam bei einer Magenverstimmung oder einer Verletzung. Ein aufrechter Gang macht uns selbstbewusster und eine zuversichtliche Einstellung machen uns intelligenter und deutlich leistungsfähiger.

Lesen Sie deshalb folgendes Buch, bevor Sie krank werden. Es nützt Ihnen schon jetzt:

 

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