Ausgaben reduzieren

Ausgabensparen vermindern geht schneller!

Wenn ein Unternehmen den Ertrag verbessern möchte, kann es die Einnahmen steigern oder die Kosten senken.

Es gibt Unternehmen, die jahrelang schrumpfen und trotzdem steigende Gewinne verbuchen. Man reduziert die Kosten, den Personalstand, die Werbung und die Investitionen schneller, als der Umsatz in Folge dieser Maßnahmen einbricht.
 

Auch im Privatleben?

Klar, dass das nicht auf Dauer gutgeht. Der Manager nimmt bereits die nächste Karrierestufe, bevor das dicke Ende in Sicht kommt. Und damit endet auch die Übertragbarkeit auf das Privatleben. Jedoch:

Der Gedanke ist richtig: Auf der Kostenseite lässt sich viel schneller sparen, als man auf der Einnahmeseite neue Produkte schaffen oder neue Zielgruppen erschließen kann. Eine schnelle Besserung der finanziellen Situation muss also auf der Kostenseite stattfinden. Das gilt auch für Privatpersonen.

Sinnvoll sparen in der richtigen Reihenfolge:

1. Alles einsparen, was Geld kostet und auch noch schadet,
z.B. Nichtraucher werden, Alkohol Entziehungskur machen, Süssigkeiten reduzieren ...

2. Alles, was in gleicher Qualität billiger besorgt werden kann,
z.B. Benzinpreise vergleichen, gemeinsam einkaufen, feilschen!! Strom- + Telefontarife vergleichen

3. Alles, was mit kleinen Unannehmlichkeiten viel Geld spart:
Kleinere Wohnung, wenn die Kinder aus dem Haus sind, Fahrgemeinschaften, Öffentliche Verkehrsmittel, Joggen statt Fitnessraum ...

4. Sammelleidenschaft streng begrenzen:
Legen Sie einen Maximalbetrag fest, den Sie für Ihre Sammlung/Hobby im Jahr ausgeben wollen.
Unbedingt einhalten!

5. Die großen Kostenblöcke anpacken: Gebrauchtes Auto, Urlaub nach Erholungswert statt Prestige ...

Wenn Sie also finanzielle Probleme haben oder einfach nur schnell und zuverlässig einen Vermögensaufbau beginnen wollen, dann sollten Sie schnelle und möglicherweise schmerzliche Einschnitte auf der Kostenseite vornehmen.

Kosten senken ist nicht immer ein Fall für die Rasenmähermethode. Sparen Sie vor allem da, wo es sich nennenswert auswirkt, da wo es möglichst schmerzfrei geht und da, wo es schnell geht.
 

Wo reduziert man Kosten?Kleinwagen

An erster Stelle gilt es nun, eine Übersicht zu schaffen. Wir müssen wissen, wohin die großen und die kleinen Kostenblöcke gehen. Wir müssen unterscheiden können nach laufenden Kosten und Einmalkosten. Wir müssen Einsparungspotentiale unterscheiden durch Verzicht auf der einen und günstigen Einkauf des gleichen Produkts auf der anderen Seite.

Stellen Sie also eine Übersicht Ihrer Kosten zusammen. Je schlechter Ihre finanzielle Situation und je höher Ihre Ziele, desto genauer sollten Sie es nehmen. Für heute sollte aber eine grobe Schätzung genügen. Stellen Sie eine Tabelle zusammen: Suchen Sie jeweils die 10 größten Kostenpunkte.


 Beispiele Kosten

Stellen Sie Ihre Liste mit den 10 wichtigsten Positionen zusammen. Ergänzen Sie geschätzte oder, wenn zur Hand, exakte Geldbeträge.

 

Noch besser:

Erstellen Sie keine Liste, sondern eine gegliederte Übersicht.
Bilden Sie Gruppen. Da muss man dann zwar ein wenig mehr nachdenken, aber es bringt erheblich mehr Klarheit. Das ist wie bei Aufgaben und Zielen: Menschen, die ein wenig mehr Zeit in klare Ziele investieren, erreichen viel mehr.

Am besten verwenden Sie ein gutes PC-Programm, hier die kostenlose Variante von meineZIELE (mZ Free). Das macht Gliederung und Reihenfolge ganz einfach.


 

Fitness gibt es auch kostenlos!Für jede Zeile eine Maßnahme

An den meisten dieser Zeilen lässt sich etwas verbessern: Bei den Einmalkosten wird man eher mal auf etwas verzichten müssen, eine Anschaffung verschieben, ein Gebrauchtmöbel vorziehen. Bei den laufenden Kosten wird es schwieriger, aber nicht unmöglich. Gehen Sie weiterhin methodisch vor:

 

 

Überlegen Sie zu jeder Zeile mindestens eine Maßnahme:

  • Muss ich zweimal wöchentlich ins Fitness-Studio? Oder könnte ich nicht einfach Joggen gehen? Und auch wer Krafttraining durchführen will, kann sich sehr erfolgreich ohne Geräte fit halten.
  • Würde es sich rechnen, den Stromanbieter zu wechseln?
  • Kommt ein Wechsel des Telefonanbieters in Frage?
  • Könnte ich nicht auf einen uralten, gebrauchten Kleinwagen umsteigen? Brauche ich überhaupt ein Auto?
  • Und Heizöl gemeinsam einkaufen? Mit 20 Nachbarn aus der ganzen Siedlung würde man einen günstigeren Preis erzielen.
  • Nehmen Sie sich die Tipps der Verbraucherzentralen zu Hilfe.
  • Muss die Ferienwohnung wirklich direkt am Strand liegen? Oder reicht es nicht doch zwei Kilometer landeinwärts für das halbe Geld?
  • Brauche ich wirklich eine Tageszeitung? Oder informiere ich mich sowieso häufiger im Internet?
  • Brauche ich den Fernseher? Oder verschwende ich damit nur meine wertvolle Lebenszeit?
  • Sollte ich nicht doch endlich Nichtraucher werden?
     

Versicherungen

Zu den schwierigsten Spar-Entscheidungen gehört bei vielen Menschen der Verzicht auf unnötige Versicherungen. Man lässt sich zu leicht verunsichern und es fällt schwer, eine rein rationale Entscheidung zu treffen.

Worauf kann man verzichten? Auf die Gebäudeversicherung? Oder die Hausratversicherung? Oder könnte man den Ertrag einer Lebensversicherung auch selbst erwirtschaften? Existenzgefährdende Risiken sollte man versichern. Vieles andere hängt von der finanziellen Situation und vom Risikoumfeld ab. In einer Gegend mit vielen Einbrüchen wird man nicht auf die Hausratversicherung verzichten. Und wer einen klapprigen Gebrauchtwagen fährt, darf durchaus am Sinn einer Vollkaskoversicherung zweifeln. Relativ einfach sparen Sie an folgenden Stellen:

  • Sie Könnten versuchen, die Versicherungsleistung woanders billiger zu bekommen. Die Preisunterschiede sind oft sehr groß
  • Versicherungen, für die man kaum eine Betreuung vor Ort braucht, kann man viel billiger bei einer Direktversicherung bekommen.
  • Ist etwas doppelt versichert? Ist z.B. die Versicherung der Fahrräder schon in der Hausratversicherung enthalten?
  • Kann ein versicherter Schaden Sie überhaupt ernsthaft finanziell treffen? Klar, dass man eine Haftpflichtversicherung braucht. Aber die Teilkasko fürs Auto? Es kann langfristig viel billiger sein, alle tragbaren Risiken tatsächlich selbst zu tragen.
  • Verzichten Sie auf spekulativen Unsinn, wie etwa Winterreifen gegen ausbleibenden Schnee zu versichern.

Gegensätzliche Faktoren

Kosten treten oftmals nicht isoliert auf, sondern kombiniert mit anderen Kosten oder Einnahmen. Dabei sind zwei        Fälle zu unterscheiden: Wer z.B. in einen entfernten Vorort zieht, zahlt weniger Miete: Damit verrechnen muss man aber mehr Geld und mehr Zeit für Fahrtkosten. Es geht also um den Fall gegensätzlicher laufender Kostenpositionen. Diese beiden Arten von Kosten können wir meist leicht gegeneinander verrechnen. Es kann aber auch kompliziert werden, wenn wir steuerliche Aspekte, welchselnde Arbeitsorte oder gar Zahlen für den Schulweg der Kinder oder den Gesundheitswert der Fahrt mit dem Fahrrad zum Arbeitsplatz mitberechnen wollen.

Der zweite Fall: Wenn Sie dagegen z.B ein Konto eröffnen, dann haben Sie vielleicht eine Eröffnungsprämie heute und Zinsverluste schleichend über eine lange Zeit. Ein günstiger Kaufpreis für ein Auto kann durch hohe laufende Kosten wieder aufgezehrt werden. Generell geht es also um die Verrechnung von Investitionen mit laufenden Kosten. Entscheidend sind stets die "Vollkosten". So zeigt ein Blick in einen Kosten-Ratgeber, dass unterschiedliche Wertverluste weitaus größere Unterschiede in der Wirtschaftlichkeit eines Autos ergeben, als unterschiedlicher Treibstoffverbrauch.

Werden Sie Nichtraucher!Die wichtigen Faktoren

Im Grunde kann also jeder in fast allen Situationen bares Geld sparen. Es muss eben nur sorgfältig geprüft werden: Dass zu Fuß gehen preiswerter ist als mit dem Auto zu fahren, ist ja klar; komplizierter wird es bei anderen Erwägungen. Lohnt zum Beispiel der Wechsel zu einem neuen Telefon-Anbieter, wenn plötzlich zwar der DSL-Tarif billiger ist aber der Grundpreis höher?

Versuchen Sie, im ersten Anlauf dort Geld zu sparen, wo es Ihnen am leichtesten fällt. Treffen Sie die Maßnahmen möglichst schnell. Das ist wichtig für das Selbstvertrauen.

Im zweiten Anlauf sollten Sie sich den großen Brocken widmen. Versuchen Sie, möglichst spürbare Entlastungen herbeizuführen. Häufig ist das die Reduzierung der Autokosten. Pfeifen Sie auf die Meinung der Nachbarn. Verzichten Sie auf den Neuwagen und fahren Sie Ihren alten Wagen bis kurz vor dem Auseinanderbrechen.

Den Trick der Werbung umdrehen

Kommt Ihnen das bekannt vor? "Für nur 5,20 € am Tag können Sie dieses schicke Auto fahren. Und in der Minute sind das nur ..."

Drehen Sie diese Argumentation um. Diese 0,70 € am Tag für die Tageszeitung kostet im Jahr eben doch 250 € und in dreißig Jahren mit Zins und Zinseszins ...

Mit Kreditkarte sparen!?
Eine Kreditkarte verleitet zum leichtfertigeren Geldausgeben. Wer nicht diszipliniert mit sich selbst und seinem Geld umgehen kann, sollte sich keine Kreditkarte anschaffen. Alle anderen können mit Kreditkarten Geld und Zeit sparen. Ihr Geld kann einen Monat länger für Sie arbeiten oder Sie vermeiden Überziehungszinsen. Sie haben weniger Überweisungsposten zu bezahlen (und durchzuführen). Und wenn Sie wirklich auf ein Schnäppchen stoßen, können Sie es mitnehmen.

Der Zinseszinseffekt

Wenn man vom Zinseszinseffekt spricht, dann meint man meistens sein Geldvermögen. Aber denken Sie auch mal über die Kostenseite nach. Hier gilt der Zinseszinseffekt ebenfalls.

So funktioniert der Zinseszinseffekt

Ein Beispiel: Sie spielen 10 Jahre lang Lotto, jede Woche 23 €. Sie erhalten dafür einen Traum. Dieser Traum kostet in 10 Jahren zu je 52 Wochen 10 x 52 x 23 € = 11960 €. Jedenfalls auf den ersten Blick. Wenn Sie dieses Geld zu 5% verzinslich anlegen, ergibt sich folgende Rechnung:
 

 

Jahr

Ersparnis

Zins

Kontostand

 

1

1196

0

1196

 

2

1196

59,80

2451,80

 

3

1196

122,59

3770,39

 

4

1196

188,52

5154,91

 

5

1196

257,75

6608,65

 

6

1196

330,43

8135,09

 

7

1196

406,75

9737,84

 

8

1196

486,89

11420,73

 

9

1196

571,04

13187,77

 

10

1196

659,39

15043,16

         
 

Summe

11960

 

15043,16

         

Rechnen Sie mit!

AbacusWenn es gelingt, diese Beträge zu 8% anzulegen, lautet das Ergebnis 17325,93 €. Bei 20 Jahren und 8% Verzinsung ergibt sich anstelle von 20*52*23 € = 23920 € der Betrag von 54731,31 €. Wenn Sie gar permanent Konsumschulden mit 12 % verzinsen, sparen Sie in 30 Jahren 298600 €, wenn Sie darauf verzichten, jede Woche für 23 € Lotto zu spielen oder 23 € für Zigaretten auszugeben...

ZinseszinsBei der Errechnung des Gesamtkapitals "K" bedient man sich der nebenstehenden Zinseszins-Formel. Dabei steht "R" für die jährliche Ersparnis (Im Beispiel 52 * 23 €). "q" steht für 1+Zinssatz (bei 5% also 1,05). "n" steht für die Zahl der Jahre.

Rechnen Sie sich selbst ein paar Beispiele durch. Es ist äußerst wichtig, dass man sich den Zinseszinseffekt bewusst macht. Er wirkt bei Einsparungen in genau gleicher Weise wie bei der Geldanlage. Es gibt übrigens einige Zinseszinsrechner  online. Doch es kann nicht schaden, selbst zu wissen, wie man so etwas ausrechnet.

Selbst Staaten ringen mit der Pleite, wenn ihre Schuldzinsen steigen. Und so wie heute Deutschland durch Bürgschaften die Finanzierungskosten Griechenlands und Portugals niedrig hält, hat England schon vor über hundert Jahren die Zinsen für Portugal niedrig gehalten (, dafür aber Häfen und Eisenbahnlinien in Goa und in Afrika gepfändet). Wenn die Familienverhältnisse es hergeben, dann kann es z.B. durchaus die Hälfte der Zinsen ersparen, wenn der "Kreditwürdigste" der Familie Geld von der Bank leiht und z.B. an die Tochter oder den Bruder weiterverleiht.

Es lohnt sich, über Geld nachzudenken. Also noch einmal: Verschaffen Sie sich eine Übersicht über Ihre wichtigsten Ausgabenposten und treffen Sie für jeden Posten mindestens eine Maßnahme zur Verbesserung!

Weiter: Versuchen Sie noch einen anderen Blickwinkel: Das Ausgabenprofil?